WETTERVORHERSAGE

Formidabel

Hecken bieten auf vielfältige Weise Schutz. Die hohen Hecken in der Eifel zum Beispiel sollen die Häuser vor rauem Wetter schützen. Viele Hecken, wie die sogenannten Knicks in Norddeutschland, dienen auch dem Schutz vor Winderosion – dem Abtrag wertvollen Bodens von Äckern. Ohne Hecken wären diese Flächen dem Wind so stark ausgesetzt, dass trockener Boden in großen Staubwolken davon geweht werden könnte. Hecken sind auch wichtig, weil sie vielen Tieren Unterschlupf und Nahrung bieten. Außerdem können sie wie ein Netzwerk aus grünen Bändern dazu beitragen, dass Tiere geschützt von einem Gebiet zum nächsten wandern können.

Hecken und Kultur

In der Gartenkultur haben Hecken, zusätzlich zur Schutz- und Begrenzungsfunktion, auch gestalterische Aufgaben: Sie können einen größeren Garten zum Beispiel in thematisch unterschiedliche Räume gliedern und eine einheitliche lebende Kulisse für farbenfrohe Beete bieten. Hecken faszinieren als Labyrinthe große und kleine Besucher. Kunstvoll als Knotengarten angelegt sind sie nicht nur eine interessante Herausforderung für Gartengestalter. In früher verbreiteten und heute manchmal wieder genutzten Heckentheatern und in Gärten hatten und haben sie auch eine praktische Funktion, denn sie bilden die „Wände“ der Freiluftbühne beziehungsweise des grünen Wohnzimmers.

Hecken mit Pfiff

Das Sortiment schöner Pflanzen für grüne Grenzen ist groß, doch oft wird die Auswahl durch die Gartengröße eingeschränkt. Viele Gärten sind heute so dimensioniert, dass für eine locker wachsende Blütenhecke kein Platz ist. Dann sind Schnitthecken eine gute Lösung, denn mit der Schere kann die Wuchsform den Gegebenheiten angepasst werden. Der Buchsbaum eignet sich ausgezeichnet für kleine Hecken. Seine zierlichen Blätter sind immergrün und er verleiht dem Garten deshalb ganzjährig Struktur und Farbe. Buchsbäume sind so schnittverträglich, dass sie auch gerne als vielseitig gestaltbare Formgehölze verwendet werden. Für den Formschnitt wurden sie sogar schon im alten Rom gerne genutzt. Buchsbaumhecken müssen nicht immer klassisch grade geschnitten sein. Sie können zum Beispiel an den Ecken oder Kreuzungspunkten mit geometrischen Figuren wie Kugeln oder Kegeln ergänzt werden. Buchsbäume sind im wahrsten Sinne des Wortes formidabel, genauso wie die anderen Pflanzen des Monats Januar:

Immergrün und schnittverträglich

Die Japanische Stechpalme (Ilex crenata), auch Berg-Ilex genannt, hat ebenfalls sehr kleine Blätter und lässt sich gut zu niedrigen, schmalen Hecken formen. Die deutsche Bezeichnung Stechpalme kann auf die falsche Fährte führen, denn Ilex crenata hat keine bedornten Blätter. Er ist aber mit dem ebenfalls immergrünen Ilex aquifolium, der in Europa heimischen Stechpalme, eng verwandt. Von der Japanischen Stechpalme gibt es verschiedene Sorten, die zum Beispiel gut als niedrige Einfassungen Beete umsäumen können. ‘Convexa’ ist eine Sorte mit auffallend gewölbten grünen Blättern und die Blätter von ‘Stokes‘ sind besonders zierlich. Der Berg-Ilex ist ideal für humose, neutrale bis leicht saure Böden, während der Buchsbaum gut auf neutralem bis leicht kalkhaltigem Boden gedeiht. Um hier die richtige Wahl zu treffen, lässt man sich am besten bei der Pflanzenauswahl im Fachhandel beraten.

Eigenes Obst auf kleinem Raum

Spalierobst ist zwar nicht immergrün, doch diese Pflanzen können ebenfalls gut in Form gebracht werden und unter anderem als transparenter Raumteiler im Garten dienen. Apfel-, Birnen-, Sauerkirsch- oder beispielsweise Aprikosenbäume lassen sich an einem Spalier auch an einer Hauswand ziehen. Spalierobst benötigt nur wenig Grundfläche und die Früchte bekommen am Spalier besonders viel Licht, so dass sie gut ausreifen. In rauerem Klima können an einer Wand auch wärmeliebende Obstgehölze wachsen, weil sie von dem Mikroklima in Wandnähe profitieren und die Mauern die Wärme speichern. Mit Spalierobst lassen sich Wände begrünen und auch im Winter, nach dem Laubfall, sieht das Geflecht aus Ästen und Zweigen interessant aus.

Außergewöhnliche Zweige

Die Drachen-Weide (Salix ‘Sekka‘) präsentiert sich in ungewöhnlicher Form. Bei ihr ist der interessante Wuchs durch eine Laune der Natur entstanden. Dieser anspruchslose Zierstrauch hat sehr markante und eigenwillig geformte Triebe: Sie haben keinen rundlichen Querschnitt. Stattdessen sind sie flach. Manchmal sind sie mehrere Zentimeter breit und wirken wie gerippt. Die flachen Zweige sind am Ende oft in sich gedreht und erinnern manchen Betrachter an die Schwänze feuerspeiender Drachen. Im Winter sind die breiten, häufig mit vielen Knospen besetzten Zweige besonders gut zu erkennen. Wegen ihrer einzigartigen Form werden die Zweige der Drachen-Weide auch gerne von Floristen verwendet. Im Frühling tragen die rotbraunen Triebe viele schöne silbrig-gelbe Kätzchenblüten, die sie dann auch zu einer wertvollen Bienenweide machen. Wer die Augen aufhält oder sich im Fachhandel bei der Auswahl beraten lässt, kann zusätzlich zu interessanten immergrünen Gehölzen auch so manche sommergrüne Pflanze wie die Drachen-Weide finden, die den Garten im Winter bereichert.

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Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats Januar

Das Wort Garten steht ursprünglich im Zusammenhang mit eingefriedeten Flächen. Es stammt vom gotischen Begriff garda für Viehhürde ab. Das indogermanische Wort Ghordhos stand für Flechtwerk, Hürde oder Zaun. Aus beiden Wörtern entwickelte sich im Lauf der Geschichte die Bezeichnung Garten für eine eingefasste Fläche. Später stand die Bezeichnung Garten für die Fläche selbst, auch wenn sie gar nicht mehr von einem Zaun oder einer Hecke umgeben war.

Hagebutten und die Stadt Hagen haben auf den ersten Blick nicht mehr gemeinsam als zufällig einige Buchstaben am Wortanfang. Doch die Bezeichnung Hag, auch in Ortsnamen wie Isernhagen und Petershagen, ist kein Zufall. Sie geht zurück auf das alte Wort hag für Hecken – Dornenbüsche oder Sträucher, die wie ein Zaun eine Fläche begrenzten und schützten. Auch die Bezeichnung Hagebutten bezieht sich auf Hecken. Hagebutten sind die Früchte von Rosenarten, die früher häufig in Hecken wuchsen.

Spalierobst ist eine Möglichkeit, auch auf kleiner Fläche Obstgehölze pflanzen zu können. Auch Säulenobstbäume, von denen es immer mehr Sorten gibt, eignen sich für beengte Standräume. Sie werden etwa mannshoch und sind so schlank, dass sie sogar in einem großen Kübel wachsen können. So wird die eigene Ernte auch auf dem Balkon möglich.

Immergrüne Formgehölze wie der Buchsbaum, die nicht von Natur aus ihren gleichmäßigen Wuchs behalten, müssen mindestens einmal im Jahr, am besten im Frühling ab April, geschnitten werden. Neue Triebe kann man auch im Sommer noch entfernen. Ab Ende August sollte jedoch nicht mehr geschnitten werden, denn frische Triebe hätten sonst keine Zeit mehr, auszureifen. Sie wären zu empfindlich, wenn der Frost einsetzt. Am besten schneidet man die Pflanzen an Tagen mit bedecktem Himmel zurück. Auf diese Weise wird vermieden, dass die äußeren Blätter, die sich bisher im Inneren der Pflanze befanden, durch ungewohnt intensive Sonneneinstrahlung verbrennen.

Wer eine Hecke pflanzen möchte, steht zuerst vor der Entscheidung, ob es eine freiwachsende oder eine geschnittene Hecke sein soll. Beide Heckenarten haben ihre Vorteile: Eine freiwachsende Hecke, die nicht geschnitten wird, benötigt je nach Höhe der ausgewählten Pflanzen relativ viel Platz, bietet dafür aber zum Beispiel viele Blüten. Schön für solche Hecken sind unter anderem Pfeifenstrauch (Philadelphus), Strauchrosen, Kolkwitzien und Flieder. Die Höhe und Breite geschnittener Hecken lässt sich gut mit der Schere vorgeben. Diese Hecken eignen sich deshalb auch für kleine Gartenräume. Im Allgemeinen beeindrucken Schnitthecken eher mit ihrer akkuraten Form als mit Blüten, denn entweder blühen sie sehr unauffällig oder die Zweige mit den Blütenknospen werden durch den Schnitt häufig stark gekürzt. Es gibt aber auch für Schnitthecken geeignete Pflanzen, die dennoch auffallende Blüten haben: Die Zierquitte (Chaenomeles) zum Beispiel bildet trotz Schnitt noch viele Blüten und auch der Feuerdorn (Pyracantha) kann noch Blüten zeigen, je nachdem, wie stark er zurückgeschnitten wurde.

Die Drachen-Weide (Salix `Sekka`) ist eine außergewöhnliche Weide, denn sie hat bandartig verbreiterte Triebspitzen. Sie sind sehr dekorativ und im Winter besonders gut zu sehen. Der Gärtner spricht bei solchen verbreiterten Zweigen von Verbänderungen. Diese können durch eine Laune der Natur entstehen und finden sich unter anderem auch bei einigen Kakteen. Bei manchen Zierpflanzen zeigt sich die Verbänderung auch durch hahnenkammartig verbreiterte Spitzen, die den Pflanzen ebenfalls einen besonderen Zierwert verleihen.