WETTERVORHERSAGE

Urlaub auf der Terrasse

Sonne satt und fast eine Garantie auf gutes Wetter – kein Wunder, dass Spanien und Italien zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen gehören. Doch Sommerurlaub bedeutet für die meisten Menschen nur zwei bis drei Wochen Erholung und dann beginnt der Alltag wieder. Wer allerdings einen Garten oder einen Balkon hat, kann seine Urlaubsgefühle nach der Heimkehr noch gut in den Alltag hinüberretten – oder muss gar nicht erst wegfahren, um sich wie im Urlaub zu fühlen. Darum heißt das Colour-your-Life-Thema für den August „Urlaub auf der Terrasse“.

Wohnzimmer mit Sonnenschein

Im Sommer zeigen sich die Vorteile einer Terrasse besonders deutlich: Die Möbel stehen sicher und stabil auf einer sauberen, ebenen Fläche und auch fürs Rasenmähen müssen die Stühle nicht umgestellt werden. Die Terrasse ist gewissermaßen eine Art Wohnzimmer im Grünen, idealerweise direkt am Haus, so dass der Weg zur Küche nicht weit ist. Wenn die Terrasse noch ein festes oder bewegliches Dach hat, bietet sie sowohl vor zu viel Sonne als auch vor Regen einen guten Schutz. Licht im Garten und an der Terrasse, das einzelne Pflanzen hervorhebt, macht es möglich, auch noch bis weit in die Nacht hinein draußen sitzen zu können, um die Sommerabende im Freien ausgiebig zu genießen.

Gute Planung lohnt sich

Wer eine Terrasse plant, kann jetzt im Sommer beim Besuch einer Gartenschau oder bei Freunden Inspirationen sammeln. Für die endgültige Planung und individuelle Umsetzung lohnt es sich, die Erfahrung der Experten aus dem Garten- und Landschaftsbau zu nutzen, um später Enttäuschungen und Probleme zu vermeiden. Wie bei gepflasterten Wegen ist zum Beispiel bei einer Terrasse ein stabiler Unterbau wichtig, damit keine Steine oder Platten absacken. Landschaftsgärtner kennen sich auch mit den Feinheiten des Terrassenbaus aus, denn es muss auch auf ein bestimmtes Gefälle für einen guten Wasserabfluss und einen rutschsicheren Bodenbelag geachtet werden. Die Landschaftsgärtner sind auch die richtigen Ansprechpartner, wenn eine automatische Bewässerung geplant ist oder Licht für besondere Effekte im Garten sorgen soll.

Kein Garten ohne Rosen!

Rosen gehören zum Sommer unbedingt dazu. Wohl keine andere Pflanze wird in Liedern, Gedichten und Geschichten so häufig erwähnt wie die Rose. Mit ihrer Schönheit, ihrem Duft und ihrer romantischen Ausstrahlung wurde sie zu einem Symbol für die Liebe. Das Sortiment reicht von der kleinen bodendeckenden Rose, die auch in einem Topf wachsen kann, über Beet- und Strauchrosen bis hin zu Rosenstämmchen und Kletterrosen. Manche Rosen sind auch im Herbst ein Blickfang, denn sie bilden leuchtend rote Hagebutten. Rosenstämmchen wirken besonders romantisch und sind ideal für den Sommer auf der Terrasse. Sie können in einen großen Kübel gepflanzt werden und bringen Farbe und oft auch zarten Duft auf die Terrasse. Weil Rosen Tiefwurzler sind, ist es wichtig, dass das Gefäß relativ hoch ist, um den Wurzeln möglichst viel Raum zu bieten.

Farbe sofort

Auch viele andere Gehölze und Stauden eignen sich für die Verschönerung der Terrasse, wenn die Gefäße, in die sie gepflanzt werden, groß genug sind. Man kann im Sommer blühende Pflanzen im Topf kaufen, zum Beispiel Stauden wie Rittersporn oder Salbei. Sie bringen sofort Farbe auf die Terrasse und können, wenn sie verblüht sind, in den Garten gepflanzt werden. Auch bei Gehölzen ist die Auswahl schöner Sorten für den Terrassengarten groß. So bringen zum Beispiel Garteneibisch, Clematis oder Heide Farbe auf die Terrasse. Viele Obstgehölze eignen sich ebenfalls für die Pflanzung in Gefäßen, die sogenannten Säulenobstbäume beispielsweise werden je nach Sorte etwa mannshoch und bleiben sehr schlank. Sie benötigen deshalb nur wenig Platz und sind ideal für kleine Gärten oder für den mobilen Garten.

Pflanzen für den Traum vom Süden

Viele Pflanzen, die jetzt in Gartencentern und Baumschulen erhältlich sind, erinnern an den sonnigen Süden. Manche von ihnen sind sehr gute Kübelpflanzen und können in einem ausreichend großen Gefäß auch auf Balkon oder Terrasse für mediterranes Flair sorgen. Einige Gehölze wie der Lorbeer und der Wein lassen an Italien oder Spanien denken, weil sie aus Südeuropa stammen oder dort oft und gerne gepflanzt werden. Andere Pflanzen wirken mediterran, weil sie Eigenschaften besitzen, wie sie auch bei Pflanzen vorkommen, die häufig im Mittelmeerraum zu sehen sind. Dachförmig gezogene Bäume wie Platanen oder Maulbeerbäume zum Beispiel sind mit ihren großen Blättern ideale Schattenspender in der warmen Jahreszeit und werden zu dem Zweck gerne in südlichen Ländern genutzt. In Dachform gezogen sind Maulbeerbäume, Platanen und andere gut formbare Gehölze so schöne natürliche „Sonnenschirme“ an einem Sitzplatz im Garten. Der Schwarze Maulbeerbaum (Morus nigra) wird in Deutschland schon seit dem Mittelalter in wintermilden Regionen gepflanzt. Auch der etwas frosthärtere Weiße Maulbeerbaum (Morus alba) eignet sich gut als schöner Sonnenschutz für den Garten.

Formgehölz mit mediterranem Charme

Der Lorbeer ist vor allem als Gewürz bekannt, denn seine immergrünen, ledrigen Blätter werden gerne in der Küche genutzt. Er ist aber auch eine sehr schöne Kübelpflanze, weil er dicht und kompakt wächst, attraktive glänzende Blätter hat und sich gut in Form bringen lässt. So können zum Beispiel zwei zu Kugelbäumchen geschnittene kleine Lorbeer wie Türwächter vor dem Hauseingang stehen und den Vorgarten verschönern. Auch auf der Terrasse finden sie Platz, denn Pflanzen, die in Form geschnitten wurden, benötigen weniger Raum als locker wachsende, ungeschnittene Gehölze. Auch wenn der Lorbeer im Allgemeinen leichten Frost verträgt: Wer auf Nummer sicher gehen will, stellt ihn zum Überwintern in einen hellen und kühlen, aber frostfreien Raum.

Große Wirkung auf kleinstem Raum

Kletterpflanzen sind auch auf geringer Fläche sehr effektvoll, denn sie erobern sich die dritte Dimension. Die Trompetenblume (Campsis) ist eine wuchsfreudige Pflanze, die mit ihren großen, trichterförmigen Blüten in Gelb oder Orange exotisch anmutet. Sie gedeiht am besten an einem geschützten, sonnigen Standort. Die leuchtenden Farben der Blüten bilden einen auffallenden Kontrast zu den frischgrünen, großen Fiederblättern. Die Trompetenblume kann mit ihren Haftwurzeln zumeist selbstständig an Hauswänden und Sichtschutzmauern emporklettern. Eine stabile Kletterhilfe erleichtert ihr aber den Weg nach oben und ist vor allem sinnvoll, wenn sie an glatte Wände gepflanzt wurde, an denen die Haftwurzeln keinen ausreichenden Halt finden.

Blütensterne in starken Farben

Auch die Montbretie (Crocosmia) hat Blüten in leuchtenden, kräftigen Farben, denn sie blüht gelb, orange oder rot. Die Blüten bilden hübsche Sterne, die an langen, eleganten und filigran anmutenden Stängeln fast zu schweben scheinen. Ursprünglich stammt diese elegante Staude aus Südafrika. Sie eignet sich gut für große Kübel und entfaltet dann ihren Charme auf Balkon und Terrasse. In wärmeren Regionen kann sie mit leichtem Schutz im Gartenboden überwintern, als Kübelpflanze zieht sie am besten mitsamt Gefäß ins Winterquartier um.

Urlaubsgefühle ganz schnell

Weinreben sind ebenfalls attraktive Pflanzen. Sie beeindrucken zwar nicht mit großen Blüten, doch ihre Früchte und ihre typischen, markanten Blätter wecken Emotionen und auch schnell Urlaubsgefühle. Dank ihres kletternden Wuchses sind Weinreben unter anderem gut geeignet, um an einer Pergola zu wachsen oder eine Hauswand zu begrünen. Aufgrund der Sortenvielfalt lassen sich auch Reben finden, die außerhalb des traditionellen Weinbauklimas gedeihen oder die sich für die Kultur in großen Gefäßen auf der Terrasse oder dem Balkon eignen. Weinreben und andere Pflanzen mit Urlaubsflair tragen dazu bei, dass der Sommer auch zuhause mindestens so schön und erholsam sein kann wie im Süden.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats August

Die Weinrebe (Vitis) zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Schon mehrere Jahrtausende vor Christi Geburt war der Anbau von Wein im Nahen Osten bekannt. Mit den Römern gelangte diese Pflanze über die Alpen nach Deutschland. Der Weinstock war oft ein Symbol für Fruchtbarkeit und Weinblätter galten in der Antike als Glückssymbole. Er trägt nicht nur leckere Früchte, sondern hat auch schöne große Blätter mit einer attraktiven Herbstfärbung. An eine sonnenexponierte, wärmespeichernde Mauer gepflanzt, profitiert eine Rebe vom milden Kleinklima in Hausnähe.

Der Lorbeer (Laurus nobilis) hat eine sehr lange Geschichte und gilt oft als Pflanze der Sieger: Bei den alten Römern bekamen die Gewinner von Kämpfen und auch bedeutsame Dichter einen Lorbeerkranz. Herausragende Persönlichkeiten wurden ebenfalls mit Lorbeerkränzen geehrt und bis heute werden Wissenschaftler, die eine Auszeichnung bekommen haben, als Laureat bezeichnet – abgeleitet vom lateinischen Namen des Lorbeers Laurus nobilis. Die Pflanze hat auch Eingang in manche Redensarten gefunden, wie zum Beispiel „Sich auf seinen Lorbeeren ausruhen“, „Vorschusslorbeeren ernten“ und „Damit kann man keine Lorbeeren ernten“.

Die Blätter des Lorbeers werden auf unterschiedliche Weise genutzt. Sie enthalten ätherische Öle und ihnen wurden heilende Eigenschaften, besonders bei Hautkrankheiten, zugeschrieben. Zu dem Zweck wird Lorbeer auch heute noch verwendet. Bekannt ist zum Beispiel die in der Naturkosmetik gerne verwendete Lorbeerseife. Angeblich wurde sie schon vor etwa 3.000 Jahren in Aleppo in Syrien erfunden. Außerdem sind Lorbeerblätter ein beliebtes Gewürz, vor allem zu Wildgerichten. Der Lorbeer ist aber auch eine schöne und pflegeleichte Kübelpflanze für Garten, Balkon und Terrasse!

In der Wilhelminischen Zeit, von 1871 bis 1918, als Deutschland noch einen Kaiser hatte, war der Lorbeer eine sehr beliebte Modepflanze. Als Kübelpflanze und in Form geschnitten, zum Beispiel als Kugel, Pyramide oder Hochstämmchen, wurde Lorbeer sehr gerne verwendet, unter anderem als grüne Begleiter bei großen Empfängen.

Die weißen bis rosafarbenen Früchte des Weißen Maulbeerbaums (Morus alba) sehen aus wie besonders lange Brombeeren. Sie sind essbar. Doch es sind nicht die Früchte, sondern die Blätter, die diesen Baum zu einem wichtigen Gehölz in Asien machen. Dort ist er wichtig für die Seidenraupenzucht, denn seine Blätter dienen als Futter für die Raupen.