WETTERVORHERSAGE

Frühlingsgefühle

Das Colour-your-Life-Thema für den März heißt „Frühlingsgefühle“. Der Frühling ist wahrscheinlich die Jahreszeit, die von vielen Menschen am stärksten herbeigesehnt wird, denn die Tage werden wieder länger, die Natur erwacht langsam aus ihrer Winterruhe und es zieht uns mit fast magischer Kraft nach draußen: mehr Licht, mehr Farbe, mehr Sonnenschein – einfach schön! Wer bei der Pflanzenauswahl für den Garten das ganze Jahr im Blick behält, kann den Wechsel der Jahreszeiten besonders intensiv miterleben.

Im März ist Pflanzzeit für Gehölze wie zum Beispiel den Ginster (Cytisus). Für diesen reichblühenden Zierstrauch findet sich auch in einem kleineren Garten Platz.

Jetzt ist Pflanzzeit

Im März beginnt die Pflanzzeit und so kann das Gartenjahr bereits an milden, trockenen Tagen vorbereitet werden. Die Auswahl an Gehölzen und Stauden, die wegen ihrer zeitigen Blüte oder ihres schönen Austriebs zu einem guten Start in die Gartensaison beitragen, ist groß. Zum Inbegriff des Frühlings gehören Forsythien (Forsythia). Wegen der Form ihrer leuchtend gelben Blüten werden sie manchmal auch Goldglöckchen genannt. Es sind anspruchslose, bis mannshohe Ziersträucher, die sich je nach Sorte schon ab März in ein weithin sichtbares, leuchtend gelbes Blütenkleid hüllen. Mittlerweile gibt es auch kleinbleibende Sorten, die sich gut für die Bepflanzung von Kübeln und Kästen eignen. So bringen diese blühfreudigen Sträucher die Farbe des Frühlings auch auf Balkon und Terrasse.

Auffallende Blüten

Der Ginster (Cytisus), auch als Geißklee bezeichnet, beeindruckt ebenfalls im Frühling mit dicht an dicht stehenden Blüten. Er ist im Garten vergleichsweise selten zu sehen, obwohl er interessant aussieht. Der im Mai blühende Besenginster (Cytisus scoparius) ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Er hat feine, glänzendgrüne Triebe, die vier- bis fünfkantig sind. Die meisten Sorten haben leuchtendgelbe Schmetterlingsblüten, doch manche überraschen mit roten und einige sogar mit zweifarbigen Blüten. Der Elfenbeinginster (Cytisus x praecox) blüht schon ab April rahmweiß bis hellgelb. Auch von ihm gibt es verschiedene Sorten. Sie blühen weiß, gelb, rosa oder rot und verströmen manchmal einen intensiven Duft. Wichtig für die gute Entwicklung des Ginsters sind ein vollsonniger Standort und ein gut wasserdurchlässiger, nicht zu nährstoffreicher Boden.

Miniaturkirschbaum

Zierkirschen gehören zu den eindrucksvollsten Blütenbäumen, doch nicht überall ist genügend Platz für einen Baum. Ein Mandelbäumchen (Prunus triloba) hat ebenso schöne Blüten, wird jedoch nicht so groß. Es kann auch in einem kleinen Stadtgarten wachsen, vorausgesetzt, dass man ihm einen sonnigen, geschützten Standort bieten kann. Die unzähligen rosa Blüten dieses Miniaturkirschbaumes erscheinen im April. Sie sind dicht gefüllt und ähneln bei genauem Hinsehen den Blüten von Rosen. Mandelbäumchen sind als Strauch oder als Hochstämmchen erhältlich und werden etwa 1,5 bis 2,5 Meter hoch. In ein großes Gefäß gepflanzt, kann ein Mandelbäumchen seine Blütenpracht auch auf Balkon und Terrasse entfalten oder ist ein freundlicher Willkommensgruß vor der Haustür.

Ein außergewöhnlicher Frühlingsblüher

Der Judasbaum (Cercis), wegen der Form seiner Blätter auch Herzbaum genannt, ist weniger bekannt als das Mandelbäumchen, hat aber ebenfalls sehr viele schöne rosa Blüten. Der im südlichen Europa beheimatete Gewöhnliche Judasbaum (Cercis siliquastrum) ist ein großer Strauch oder kleiner Baum mit interessanten Schmetterlingsblüten. Er gedeiht auch in Mittteleuropa an warmen, geschützten Stellen im Garten und blüht bereits ab Ende April vor dem Blattaustrieb. Seine Blüten stehen so dicht nebeneinander an den Zweigen, dass die Rinde manchmal nicht mehr zu sehen ist. Eine botanische Besonderheit sind die Blüten, die direkt am Stamm erscheinen, denn normalerweise bilden Stämme keine Blütenknospen.

Blühender Schnellstarter für den Frühlingsgarten

Noch früher als die Zierkirschen blüht das heimische Buschwindröschen (Anemone nemorosa), eine kleine Staude, die sich gut zum Unterpflanzen von laubabwerfenden Gehölzen eignet. Die weißen oder je nach Sorte auch blauen oder rosa Blüten erscheinen bereits im März und April. Das Buschwindröschen blüht schon, bevor die sommergrünen Bäume und Sträucher austreiben, denn so steht ihm noch viel Licht für seine Entwicklung zur Verfügung.

Erfrischender Blattaustrieb

Nicht immer sind es die Blüten, die Frühlingsgefühle wecken, auch der frische Austrieb vieler Gehölze trägt zur Frühlingsstimmung bei. Der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) zum Beispiel beeindruckt im Frühjahr mit seinem frischgrünen Blattaustrieb. Dieser außergewöhnliche Baum gehört aus botanischer Sicht zu den Nadelgehölzen, wirft aber seine schmalen, fast nadelförmigen Blätter im Herbst ab. Er kann sehr hoch werden und sollte deshalb nur in großen Gärten gepflanzt werden.
Weniger Platz benötigen die robusten, pflegeleichten Berberitzen (Berberis), von denen es sowohl immergrüne als auch sommergrüne Arten und Sorten gibt. Sie fallen im Frühjahr mit ihrem hellgrünen oder rötlichen Blattaustrieb auf. Bei manchen Berberitzen verändert sich die Farbe der Blätter nach dem Austrieb von Rot zu Grün. Berberitzen sind sehr robust und eignen sich wegen ihrer ausgezeichneten Schnittverträglichkeit sehr gut für undurchdringliche Hecken. Viele tragen außerdem im Herbst rote oder schwarze Früchte, die bis in den Winter hinein an den Zweigen bleiben. Deshalb sind sie auch sehr wertvolle Vogelschutz- und Vogelnährgehölze.

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Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats März

Der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) ist wie der Ginkgo ein lebendes Fossil. Während der Ginkgo schon sehr lange bekannt ist, wurde der Urweltmammutbaum erst 1941 wieder entdeckt. Zuvor hatte man schon uralte Versteinerungen von diesem Baum gefunden, der lange als ausgestorben galt. Die ersten lebenden Exemplare entdeckte ein Forscher in einem schwer zugänglichen Gebirge in China. Von diesen Bäumen wurde daraufhin Saatgut gesammelt, das um 1950 auch in botanische Gärten nach Europa gelangte. Wenige Jahre später wurden schon die ersten kleinen Urweltmammutbäume verkauft. Urweltmammutbäume sind winterhart und wachsen auf guten Böden relativ schnell. Sie beeindrucken durch ihren geraden, hohen Wuchs und ihre gleichmäßige Krone. Diese Bäume eignen sich für große Gärten und werden manchmal auch als Alleen gepflanzt.

Die Blüten von frühblühenden Ziersträuchern wie dem Goldglöckchen (Forsythia) werden schon im Vorjahr angelegt. Damit sie im Frühjahr ihre volle Blütenpracht zeigen, dürfen sie erst nach der Blüte, spätestens im Juni, zurückgeschnitten werden. Dann haben sie noch genug Zeit, um wieder Blütenknospen für das nächste Jahr zu entwickeln. Alle zwei bis drei Jahre ist ein Auslichtungsschnitt empfehlenswert, bei dem einige der ältesten Triebe direkt an der Basis der Pflanze entfernt werden.

Die Forsythie wurde nach dem britischen Gärtner und Botaniker William Forsyth (1737-1804) benannt, der in London in verschiedenen großen und bekannten Gärten und Parks arbeitete. Er gründete 1804 zusammen mit Berufskollegen die Royal Horticultural Society of London, die später zur berühmten Royal Horticultural Society wurde.

Der Judasbaum (Cercis), auch Herzbaum genannt, ist eine botanische Besonderheit, denn seine Blüten erscheinen auch am Stamm. Die Eigenschaft, auch an älteren, verholzten Pflanzenteile Blüten zu bilden, wird als Cauliflorie oder Kauliflorie bezeichnet. Sie kommt fast nur bei tropischen Pflanzen vor, zum Beispiel beim Kakao. Für die Pflanzen hat die Stammblütigkeit mehrere Vorteile: Schwerere Früchte können besser gehalten werden und zur Bestäubung können nicht nur Vögel, sondern auch kletternde kleine Tiere beitragen.

Wenn Pflanzen Schmetterlingsblüten haben, heißt das nicht, dass ihre Blüten eine besondere Anziehungskraft auf Schmetterlinge ausüben, sondern dass sie eine besondere Form haben. Sowohl der Ginster (Cytisus) als auch der Judas- beziehungsweise Herzbaum (Cercis) haben Schmetterlingsblüten: Das obere Blütenblatt ist relativ groß, die beiden Blütenblätter an der Seite stehen ab wie die Flügel eines Schmetterlings, und die unteren beiden Blätter sehen aus wie der Kiel eines kleinen Schiffes.

Der botanische Name Anemone geht auf das griechische Word Anemos für Wind zurück, die Bezeichnung nemorosa bezieht sich auf den Standort, an dem das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) in der Natur wächst. Der Begriff nemorosa leitet sich vom lateinischen Wort nemorensis ab, was so viel wie wald- oder hainbewohnend heißt. In der Natur kommt das Buschwindröschen in Laubwäldern vor, wo es schon blüht, bevor die Bäume Blätter bilden, so dass es das Frühlingslicht optimal für seine schnelle Entwicklung nutzen kann. Für den Ursprung der Gattungsbezeichnung Anemone gibt es mehrere Erklärungen: Die Blütenblätter vieler Anemonen sind sehr zart und bewegen sich schon beim leichtesten Windhauch. Eine andere Erklärung bietet die griechische Mythologie: Demnach war Anemona eine Nymphe am Hof der Göttin Flora, die mit Zephyr, dem Gott des Windes, verheiratet war. Zephyr verliebte sich in die schöne Nymphe, die von der eifersüchtigen Flora in eine Blume – die Anemone – verwandelt wurde, um so die Rivalin auszuschalten.

Die Blütenpracht der Zierkirschen zeigt den beginnenden Sieg des Frühlings über den Winter besonders eindrucksvoll. In Japan, der Heimat vieler Zierkirschen, ist die Kirschblüte ein landesweites Ereignis, "Hanami" bzw. "Blüten betrachten" genannt. Sie lockt die Menschen in Scharen am Wochenende oder nach Feierabend in die Parks. Dort wird unterm Blütendach gepicknickt und mit der Familie, Freunden oder Kollegen ausgiebig gefeiert. In manchen Parkanlagen werden die Kirschbäume nachts angestrahlt. Ihre hellen Blüten, in Japan Sinnbild für Schönheit und Vergänglichkeit, bilden dann einen herrlichen Kontrast zum Dunkel der Nacht.

Viele Ginstersorten (Cytisus) haben fast blattlose Stängel. Der für einen Zierstrauch außergewöhnliche Wuchs ist die Folge einer Anpassung an relativ nährstoffarme, gut wasserdurchlässige Böden an sonnigen Stellen.

Die früher weit verbreitete Bezeichnung Bram für Ginster hat bei der Benennung einiger Orte eine wichtige Rolle gespielt. Der Name der niedersächsischen Stadt Bramsche geht auf die Wörter Bram für Ginster und Esch für Acker oder Feld zurück. Auch der Name des inzwischen zu Hamburg gehörenden Ortes Bramfeld ist auf den dort einst landschaftsprägenden Ginster zurückzuführen. Blühender Ginster ist sogar auf dem Wappen von Bramfeld abgebildet.

Wegen seines Blütenreichtums ist der heimische Besenginster (Cytisus scoparius) ein schöner Zierstrauch für den Frühlingsgarten. Von diesem Ginster gibt es viele Sorten mit schönen Blüten in verschiedenen Gelb- und Rottönen und auch einige mit zweifarbigen Blüten. Früher diente dieser pflegeleichte Strauch praktischen Zwecken, denn aus seinen langen, schlanken und festen Zweigen wurden einst Besen hergestellt. Daher hat er auch seinen deutschen Namen Besenginster.