WETTERVORHERSAGE

Herbstfeuer

„Herbstfeuer“ heißt das Colour-your-Life-Thema für den Oktober, denn in diesem Monat beeindrucken viele Bäume und Sträucher mit prachtvoll leuchtenden Blättern. Blätter sind sehr vielgestaltig und zusätzlich zu ihrer Form variieren auch Farbe und Größe. Neben Rinde, Blüte und Habitus tragen diese Eigenschaften dazu bei, einen Baum zu bestimmen. Einige Blätter sind besonders markant wie die des Ginkgo (Ginkgo biloba), denn sie ähneln kleinen Fächern. Auch der Amberbaum (Liquidambar styraciflua) hat sehr typische Blätter. Wie die des Ahorns sind sie fünf- bis siebenlappig, jedoch stärker eingeschnitten und sie erinnern manchen Betrachter an Seesterne, wohl deshalb ist der Liquidambar auch unter dem Namen Seesternbaum bekannt. Ein ganz deutliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Ahorn und Amberbaum ist die Blattstellung: Die Blätter des Ahorns stehen sich paarweise gegenüber, die des Amberbaums sind wechselständig.

Feurige Farben für den Herbstgarten

Der botanische Name Liquidambar geht auf zwei Wörter zurück: Zum einen wahrscheinlich auf das lateinische Wort „liquidus“ für flüssig und zum anderen auf „ambar“, eine alte Bezeichnung für Bernstein oder für eine harzartige Masse. Der Name bezieht sich auf das bei Verletzungen des Stammes austretende, angenehm duftende Harz. Es wurde in Nordamerika, der Heimat des Amberbaumes, früher zur Herstellung von Kaugummi verwendet. In Mitteleuropa wird der Amberbaum nicht wegen seines Harzes gepflanzt, sondern vor allem wegen seiner fantastischen Herbstfärbung. Wer von der Farbenpracht des Indian Summer an der amerikanischen Ostküste und im Osten Kanadas fasziniert ist, sollte einen Amberbaum pflanzen und wird begeistert sein. Seine im Sommer grünen Blätter bieten im Herbst ein eindrucksvolles Farbenspiel: Sie färben sich dann leuchtend gelborange, weinrot oder tiefpurpur. Wichtig für eine gute Herbstfärbung ist ein sonniger Standort. Vom Liquidambar gibt es verschiedene Sorten, so dass sich auch ein Amberbaum für kleinere Gärten finden lässt. Andere Gehölze mit schöner Herbstfärbung sind zum Beispiel der Federbuschstrauch (Fothergilla), das Geflügelte Pfaffenhütchen (Euonymus alatus), der Eisenholzbaum (Parrotia persica), verschiedene Ahorne und Berberitzen sowie der Ginkgo, dessen Blätter im Herbst weithin sichtbar goldgelb leuchten.

Auch einige Kletterpflanzen wie der Wilde Wein (Parthenocissus) und der Scharlachwein (Vitis coignetiae) haben auffallendes Herbstlaub. Am besten lässt man sich bei der Auswahl im Fachhandel beraten.

Erntefreuden

Der Obstgarten zeigt sich im Oktober ebenfalls von einer besonders schönen Seite. Dann sind viele späte Früchte wie Äpfel, Birnen und Quitten reif. Apfel-, Birnen- und Quittenbäume bereiten aber nicht nur zur Erntezeit besondere Freude, sondern schon im Frühling, denn dann bereichern sie den Garten mit ihrer Blütenfülle. Ungefähr ab Mitte Oktober beginnt die Pflanzzeit für sommergrüne Laubgehölze. Auch wer sich in Zukunft über frisches Obst direkt aus dem eigenen Garten freuen möchte, sollte im Herbst zur Tat schreiten. Vor dem Winter gepflanzt, können die Bäume noch in diesem Jahr Feinwurzeln bilden und haben so schon einen Entwicklungsvorsprung gegenüber den Gehölzen, die erst im nächsten Frühling in die Erde kommen.

Nadelkleid statt kahler Erde

Bodendecker können jetzt ebenfalls gut gepflanzt werden. Sie bieten viele Vorteile, unter anderem beschatten sie den Boden, schützen ihn mit ihrem Wurzelwerk vor dem Abschwemmen und unterdrücken Unkräuter. Außerdem haben sie einen hohen ästhetischen Wert, denn es ist viel schöner, auf grüne Pflanzen zu blicken als auf nackte Erde. Viele Bodendecker sind immergrün und tragen dazu bei, dass der Garten auch im Winter nicht völlig kahl ist. Sobald sie eine dichte Fläche bilden, sind sie das ganze Jahr über ein guter Unkrautschutz. Auch manche Nadelgehölze eignen sich gut als immergrüne Bodendecker, zum Beispiel die Kisseneibe (Taxus baccata ‘Repandens‘), der Zwerglebensbaum (Microbiota decussata) und die verschiedenen Teppichwacholder-Sorten (Juniperus horizontalis-Sorten), von denen einige silbrig-blau schimmernde Nadeln haben.

Grün gegen winterliche Tristesse

Bei den Laubgehölzen gibt es neben den sommergrünen sowohl immergrüne als auch wintergrüne Bodendecker. Wintergrün bedeutet, dass die Pflanzen ihre Blätter im Allgemeinen auch im Winter behalten, sofern es nicht zu kalt wird. Anders als die Immergrünen erneuern sie ihr Blätterkleid im nächsten Frühjahr, wenn sie frisch austreiben. Viele Wintergrüne haben schöne Blüten, wie beispielswiese die Gelbe Elfenblume (Epimedium x perralchicum ‘Frohnleiten‘), deren zierliche gelbe Blüten im Frühling wie Elfen über dem dichten Blattwerk schweben. Auch die Teppich-Golderdbeere (Waldsteinia ternata) ist wintergrün und blüht im Frühjahr leuchtend gelb. Immergrüne Bodendecker sind unter anderem der Efeu (Hedera), die Rebhuhnbeere (Gaultheria), das Schattengrün (Pachysandra), das Immergrün (Vinca-Arten und -Sorten) und die Kriechspindeln (Euonymus fortunei-Sorten). Manche Kriechspindeln haben mehrfarbige, weiß- oder gelbgrüne Blätter und tragen so zur farblichen Vielfalt im Garten bei.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats Oktober

Die Herbstfarben des Liquidambar (Amberbaum) können sich in unserem unbeständigen Klima von Jahr zu Jahr verändern. Im Fachhandel werden auch Sorten angeboten, die garantiert farbkräftig sind.


Der Amberbaum (Liquidambar styraciflua) gehört zu den Gehölzen, die das ganze Jahr über interessant sind, auch nach dem herbstlichen Laubfall. Die älteren Triebe dieses Baumes sind mit markanten Korkleisten besetzt, die im Winter, wenn der Baum keine Blätter trägt, besonders gut zu sehen sind.

Der aus Nordamerika stammende Liquidambar styraciflua gehört zu einer uralten Pflanzengattung, die wie der Ginkgo und die Magnolien schon im Tertiär existierte. Liquidambar lievenii, ein Verwandter des nordamerikanischen Amberbaumes, war vor den Eiszeiten in Mitteleuropa beheimatet, wurde aber durch das Eis verdrängt. Dies belegen fossile Blätter, die in einem Braunkohleabbaugebiet in Nordrhein-Westfalen gefunden wurden.

Das harte Holz des Amberbaumes wird wegen seiner rötlichbraunen Farbe gerne für Furniere, Möbel und Skulpturen verwendet. Zweige von Amberbäumen gelten als gut geeignet für Wünschelruten.

In allen Kulturkreisen, in denen Apfelbäume bekannt sind, gibt es Mythen oder Märchen, in denen Äpfel eine wichtige Rolle spielen. Häufig ist der Apfel ein Symbol für das Leben, die Vollkommenheit, die Liebe und für die Fruchtbarkeit. Manchmal steht er auch für die Unsterblichkeit: In der nordischen Mythologie war Iduna, auch Idun oder Idunn genannt, die Göttin der ewigen Jugend. Sie besaß unvergängliche goldene Äpfel, die sie in einer Truhe aufbewahrte. Damit ihre Mitgötter nicht alterten, aßen sie täglich von den Früchten. Eines Tages wurde die Göttin samt der Apfeltruhe entführt. Ohne die verjüngende Kraft der Äpfel alterten die Götter nun schnell, wurden matt, schwerfällig und gebrechlich. Sie wollten Iduna samt ihres Obstschatzes unbedingt wieder in ihrem Kreise haben. Darum wurde der Gott Loki, der für die Entführung mitverantwortlich gemacht wurde, von den Göttern unter Druck gesetzt. Mit einigen Verwandlungstricks gelang es ihm, die Entführte und die Äpfel der Verjüngung zurückzugewinnen, so dass fortan die Früchte den Göttern wieder zur Verfügung standen. Damit endete die Apfelkrise der Götter, ihre Unsterblichkeit war gesichert und sie erhielten schnell ihre gewohnte Vitalität und Schönheit zurück.

Äpfel haben der einstigen Hauptstadt von Kasachstan, Almaty, früher Alma-Ata genannt, ihren Namen gegeben. Dort heißt der Apfel alma. Almaty bedeutet soviel wie Stadt der Äpfel. In der Region wuchsen viele wilde Apfelbäume und der Apfel wurde zum Wahrzeichen der Stadt. Auch heute gibt es dort noch unzählige Obstbäume, darunter viele Wildapfelbäume.

Säulenapfelbäume wachsen auf kleinstem Raum und gedeihen sogar in großen Kübeln auf Balkon und Terrasse. Die Bäume werden nur etwa 2 bis 2,5 m hoch und circa 30 cm breit. Im Frühjahr schmücken sie sich mit schönen Blüten, im Herbst ermöglichen sie trotz ihrer geringen Höhe eine reiche Ernte. Auch wenn die Bäume klein sind, haben die Früchte eine normale Größe. Säulenapfelbäume sind zumeist selbstfruchtbar, der Fruchtansatz ist jedoch besser, wenn zwei Sorten gepflanzt werden. Weil diese Bäume von Natur aus säulenförmig wachsen, benötigen sie fast keinen Schnitt. Nur wenn sich Seitentriebe bilden, werden diese auf zwei Augen zurückgeschnitten. Wichtig ist, dass die Pflanzen sonnig stehen, so dass sich die reifenden Früchte gut entwickeln können. Auch von Süßkirschen und Birnen gibt es mittlerweile Säulenbäume für den Naschgarten auf Balkon und Terrasse.

Die große Bedeutung des Apfels zeigt sich auch daran, dass sich sein Name in den Bezeichnungen für andere Früchte findet, obwohl diese, wie der Granatapfel, gar nicht mit dem Apfel verwandt sind. So werden beispielsweise Orangen auch als Apfelsinen bezeichnet und Kartoffeln werden in Österreich Erdäpfel genannt.

Nicht alles, was Apfel heißt, ist essbar. Der Reichsapfel stand als Sinnbild für Vollkommenheit und für die unendliche Macht des Kaisers oder Königs. Er gehörte neben Krone und Zepter zu den Insignien des Herrschers und bestand aus Gold, Edelsteinen und Perlen. Der Reichsapfel ist allerdings genaugenommen ein Reichsglobus, denn die runde Form symbolisierte die Weltkugel.

Zum traditionellen Schmuck für einen Weihnachtsbaum gehörten einst neben Nüssen auch rote Äpfel. In früheren Zeiten waren Äpfel in Nordeuropa sehr wichtig, um die Menschen auch im Winter mit Vitaminen zu versorgen. Äpfel gehörten damals zu den wenigen Obstsorten, die lange gelagert werden konnten. Nach dem Ende der Weihnachtszeit durfte der Weihnachtsbaum dann von den Kindern „abgeerntet“ werden. Die Äpfel gelten als Vorläufer der roten Weihnachtskugeln. Sie entstanden angeblich, weil ein armer Glasbläser sich keine Äpfel als Weihnachtsschmuck leisten konnte ...

Avalon, der Name des mystischen Ortes aus der Artussage, geht zurück auf ein uraltes Wort für Apfel. Demnach ist Avalon die „Insel der Äpfel“, denn auf der im Nebel verborgenen Insel wuchsen unendlich viele Apfelbäume. Apfelbäume gehörten zu den sieben heiligen Bäumen der Kelten und standen für Heilkraft und Unsterblichkeit. Auf Avalon gab es darum auch weder Krankheit noch Tod. Der Legende nach wurde König Artus wegen einer Verletzung, die im Normalfall zum Tode geführt hätte, von der Zauberin Morgaine auf die Apfelinsel gebracht und dort geheilt.