WETTERVORHERSAGE

Winter ade

„Winter ade“ heißt das Colour-your-Life-Thema für den März. In diesem Monat verabschiedet sich der Winter ganz offiziell und die Natur erwacht langsam aus der winterlichen Ruhe. Narzissen und andere Zwiebelblumen bringen erste Farben in den Garten. Auch einige Gehölze wie die Kornelkirsche (Cornus mas) blühen schon sehr früh. Die leuchtend gelben Blüten dieses großen, manchmal baumartigen Strauches erscheinen bereits vor dem Laubaustrieb und sind deshalb sehr gut zu sehen. Die Kornelkirsche ist nicht nur ein interessantes Ziergehölz, sondern wurde schon früh als Obstgehölz und im Mittelalter auch medizinisch genutzt. Die im Herbst reifenden leuchtend roten Früchte eignen sich gut für Delikatessen wie Kornelkirschenmarmelade, die man im Handel kaum bekommen kann. Nach den ersten Frösten können die säuerlich schmeckenden Früchte auch roh gegessen werden. Wenn sie nicht geerntet werden, dienen sie heimischen Vögeln als Winternahrung.

Blütenstar im Frühlingsgarten

Magnolien gehören zu den Stars im Frühlingsgarten. Ihre oft sehr großen, extravagant anmutenden Blüten leuchten in reinem Weiß oder erfrischenden Rosatönen, manche beeindrucken mit dunklem Purpurrot und es gibt sogar gelb blühende Sorten. In China wurden Magnolien schon vor über 1000 Jahren geschätzt. Dort war es üblich, weißblühende Magnolien in Tempelanlagen zu pflanzen, denn die Blütenfarbe stand als Symbol für Reinheit. Die Eleganz der Blüten macht es schwer zu glauben, dass Magnolien entwicklungsgeschichtlich gesehen zu den ältesten Blütenpflanzen gehören. Belege dafür, dass Magnolien sehr ursprüngliche Pflanzen sind, finden sich im Bau ihrer Blüten: Die Blütenblätter sind nicht miteinander verwachsen und ihre Zahl ist nicht immer gleich. Das tut ihrer Schönheit keinen Abbruch und sie bereichern mit großen, stern- oder tulpenförmigen Blüten Gärten und Parkanlagen. Die Pflanzenhöhe variiert beträchtlich und so lassen sich auch Magnolien für kleine Gärten finden.

Kamelien – die „Chinesischen Rosen“

In China war die Kamelie (Camellia) ebenfalls schon vor über tausend Jahren eine beliebte Zierpflanze, in Europa dagegen kennt man sie erst seit etwa 300 Jahren. Wegen ihrer Herkunft aus dem Fernen Osten und ihrer edlen, gleichmäßigen Blüten, die an Rosen erinnern, wird die Kamelie manchmal als „Chinesische Rose“ bezeichnet. Die Palette der Blütenfarben reicht von reinem Weiß über zarte Rosatöne hin zu warmem, dunklem Rot. Die Blüten sind einfach, halb- oder ganz gefüllt. Auch nach der Blüte sind Kamelien attraktiv, denn sie haben immergrüne, glänzende Blätter. Ihre Ansprüche ähneln denen von Rhododendren: Der Boden sollte humusreich, durchlässig und kalkarm sein. Werden Kamelien gegossen, ist es darum am besten, Regenwaser zu nehmen, denn es ist von Natur aus kalkarm. Als Topf- oder Kübelpflanzen im Haus können Kamelien schon im Winter blühen, im Garten zeigen sie ihre Blüten von Mitte März bis Anfang Mai. Die Frosthärte ist sortenabhängig. Robustere Kamelien können unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel im Weinbauklima oder an einem geschützten Platz in einem Innenhof, ganzjährig im Freien wachsen.

Jetzt den Frühling pflanzen

Bald zeigen auch die ersten Ginster (Cytisus) ihre markanten Blüten, die typisch sind für Mitglieder der Familie der Schmetterlingsblütler. Dicht an dicht sind die mehr oder weniger blattlosen, kräftig grünen Triebe mit den hübschen, symmetrisch aufgebauten Blüten besetzt, die manchmal einen intensiven Duft verströmen. Der Elfenbein-Ginster (Cytisus praecox-Sorten) blüht schon ab April an sonnigen Standorten auf gut wasserdurchlässigem Boden. Andere Arten folgen etwas später. Gelb ist die häufigste Farbe im Ginstersortiment. Daneben gibt es auch andere kräftige Farbtöne wie Rosa und Rot. Manche Ginster vereinen mehrere Farbtöne in einer Blüte: In der großen Gruppe der Besenginster (Cytisus scoparius-Sorten) beispielsweise, die ab Mai blühen, finden sich viele mehrfarbige Varianten. Es lohnt sich, in Gartencentern, Baumschulen und Gärtnereien auf Entdeckungsreise zu gehen: Wer jetzt nach dem Winter die ersten milden Tage zum Pflanzen nutzt, kann sich dann schon bald über blühenden Ginster oder andere schöne und auffallende Frühjahrsblüher im eigenen Garten freuen.

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Interessant zu wissen – rund um die Pflanzen des Monats März:

Magnolien sind aus erdgeschichtlicher Sicht eine uralte Pflanzengattung und weisen noch einige sehr ursprüngliche Merkmale auf, wie zum Beispiel die nicht immer gleiche Anzahl von Blütenblättern. Vor der Eiszeit waren Magnolien auch in Mitteleuropa weitverbreitet, bis sie von den Gletschern verdrängt wurden. Südlich der Alpen und in Ostasien und Amerika haben sie aber überlebt. Die Tatsache, dass zu einer Gattung gehörende Pflanzen, die schon vor über 100 Millionen Jahren existierten, in so weit voneinander entfernten Gebieten vorkommen, wird als ein Beleg für die Kontinentaldrift gesehen: Ursprünglich bildeten die verschiedenen Kontinente eine große Landmasse, den zusammenhängenden Urkontinent Pangäa. Im Laufe von Millionen Jahren drifteten die Kontinente auseinander und Europa und Nordamerika wurden durch Ozeane voneinander getrennt. Nahe miteinander verwandte Pflanzen, die schon vor der Kontinentaldrift existierten, können deshalb auch in weit voneinander entfernten und nicht miteinander durch Landfläche verbundenen Gebieten vorkommen, wo sie sich dann unabhängig voneinander weiter entwickelt haben.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangten die ersten Kamelien aus dem Fernen Osten nach Europa – wahrscheinlich als Folge einer Verwechslung. Die Kamelie (Camellia japonica) ist eng mit dem Teestrauch (Camellia sinensis) verwandt. Beide gehören zu den Theaceen, den Teegewächsen. Der Teestrauch, der der damals schon in Ostasien als Zierpflanze kultivierten Camellia japonica sehr ähnlich sieht, durfte nicht aus China exportiert werden. Anfang des 18. Jahrhunderts versuchten die Engländer deshalb, Teepflanzen heimlich außer Landes zu bringen. Doch statt der erwarteten Teesträucher bestand die Schmuggelware aus Zierkamelien. Diese eigneten sich überhaupt nicht zur Teeproduktion, aber sie trafen auf so viel Begeisterung, dass mit ihnen gezüchtet wurde und im Laufe der Zeit viele schöne Sorten entstanden.

Die Kornelkirschen (Cornus mas) gehören zu den Wildobstgehölzen. „Wild“ heißt dabei nicht, dass es sich etwa um Pflanzen mit ungebändigtem Wuchs, geringem Zierwert oder kleinem Fruchtertrag handelt. Der Begriff Wildobstgehölz bezieht sich vielmehr darauf, dass die Pflanzen züchterisch nicht oder nur wenig bearbeitet wurden. Zum so genannten Wildobst gehören zum Beispiel auch Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Felsenbirne (Amelanchier) und Apfelbeere (Aronia). Die Früchte dieser Pflanzen finden sich nicht im Standardsortiment im Handel, auch nicht in verarbeiteter Form, dabei bieten sie außergewöhnliche Geschmackserlebnisse. Wer sich auf eine kulinarische Entdeckungsreise begeben möchte, kann die leuchtend roten Früchte der Kornelkirsche im Herbst ernten und aus ihnen unter anderem Marmelade, Saft oder Kompott machen. Sie lassen sich auch kandieren. Die Römer, die die Pflanze schon früh nutzten, legten die Früchte wie Oliven ein. Nach den ersten Frösten können die säuerlich schmeckenden, Vitamin-C-reichen Früchte auch roh gegessen werden.

Viele Ginstersorten haben fast blattlose Stängel und sehen deshalb sehr interessant aus. Man kann die grüne Rinde und später die vielen Schmetterlingsblüten gut erkennen. Der für einen Zierstrauch außergewöhnliche Wuchs, der den Ginster auch zu einer schönen Strukturpflanze macht, ist die Folge einer Anpassung an besondere Standorte: Ginster gedeiht in der Natur auf relativ nährstoffarmen, gut wasserdurchlässigen Böden an sonnigen Stellen. Er kann sich dort gut entwickeln, weil er wegen seiner kaum oder gar nicht vorhandenen Blätter weniger Wasser verdunstet als Gehölze mit vielen großen Blättern. Hieraus lassen sich auch die Ansprüche für Zierginster ableiten, der in den Garten gepflanzt wird und im Frühjahr mit seiner Blütenfülle erfreut: Ein sonniger Standort ist wichtig und der Boden sollte gut wasserdurchlässig und nicht zu nährstoffreich sein.