WETTERVORHERSAGE

Sträucher

Der Schnitt von Sträuchern gilt oft als die schwierigste und anspruchsvollste Arbeit im Garten. Wann, warum und vor allem wie? Wachsen die Pflanzen nicht auch ohne Rückschnitt? Erreichen sie nicht erst ohne Schnitt ihre natürliche Gestalt? Die Antwort auf beide Fragen ist Nein! Mit dem Rückschnitt halten Sie Ihre Pflanzen gesund. Nur wenn ein langsam wachsender Strauch oder Baum ausreichend Platz hat, braucht er keinen Rückschnitt. Aber viele Sträucher bleiben von sich aus eben nicht so klein, wie wir sie in unseren Gärten brauchen und außerdem verkahlen sie von unten, wenn Sie sie nicht immer wieder dazu zwingen, sich von unten neu aufzubauen. Die Blüten von Flieder oder Schmetterlingsstrauch würden hoch oben treiben, für uns aus dem Garten kaum mehr zu sehen. Auch gilt es, kranke oder tote Äste immer wieder zu entfernen sowie schwache und dünne Zweige auszuschneiden, um den verbleibenden ausreichend Platz zu schaffen.

Wieso überhaupt schneiden?
Die wichtigsten Gründe für den Rückschnitt sind:
 der Aufbau einer harmonischen Pflanzengestalt;
 die Anpassung der Pflanze an den zur Verfügung stehenden Platz;
 das Entfernen unerwünschter Äste und Zweige (die z.B. zu niedrig stehen oder quer wachsen);
 der Erhalt der Pflanzengesundheit (das Entfernen toter, kranker oder schwacher Äste);
 die Förderung neuer Blüten
 der Aufbau von mehr, besseren oder größeren Früchten;
 die Verjüngung von Pflanzen;
 die Förderung neuen Laubaustriebs (vor allem bei Immergrünen)
 die Schaffung von Durchblick (z.B. an der Einmündung von Wegen)

Verjüngungsschnitt
Das ist der Schnitt, um Sträucher jung und in Form zu halten. Zum Beispiel: Wie schneiden Sie eine Hortensie in Kugelform, so dass sie nicht zu groß wird und doch weiter blüht? Das Ziel ist, die Pflanze in ihrem natürlichen Rhythmus zu unterstützen.
Der Trick ist, dass Sie in Einzelschritten vorgehen:
 Zuerst schneiden Sie die alten Blütenstände (im Frühling) auf etwa 15 Zentimeter Länge zurück;
 Dann schneiden Sie alle dünnen Ästchen aus – sie werden nie gut blühen;
 Dann schneiden Sie etwa ein Fünftel der alten Zweige bis zur Basis herunter. Im nächsten Jahr schneiden Sie wieder ein Fünftel usw. Profis nennen dies die 20-Prozent-Regel;
 So bilden sich jedes Jahr neue Zweige aus der Basis. Die Hortensie bleibt jung und in Form und blüht gleichmäßig. Das Schneiden bewirkt neues Wachstum. Mehr noch: Starker Schnitt fördert mehr Wachstum als leichter Schnitt.

Wann schneiden?
Das hängt von der Pflanze ab! Für alle aber gilt: Nicht bei Frost oder großer Trockenheit und nicht im Regen schneiden. Darüber hinaus orientieren Sie sich an den Empfehlungen und Erfahrungen der Profis.

Grundregeln

Winter- und Frühlingsblüher
Laubabwerfende Sträucher, die im Winter, Frühling oder frühen Sommer blühen, werden direkt nach der Blüte geschnitten. Auch kurz vor oder während der Blüte können Zweige herausgeschnitten werden, wenn sie z.B. zu dicht stehen (Eventuell können die dann abgeschnittenen Zweige in der Vase zum Aufblühen kommen!) Beispiele für winterblühende Sträucher sind Zaubernuss (Hamamelis mollis), Schneekirsche (Prunus subhirtella ´Autumnalis`) und Winterschneeball (Viburnum bodnantense). Bei den nach dem Winter blühenden Frühlingsblühern ist die genaue Blütezeit wichtig: Einige blühen im März, andere erst im späten Mai. Schneiden Sie erst NACH der Blüte! Das heißt natürlich auch, dass Sie nicht alle Pflanzen in Ihrem Garten auf einmal schneiden können. Die Frühlingsblüher tragen ihre Blüten immer an älteren – mindestens einjährigen – Zweigen. Deren Blütenknospen sind meist im letzten Herbst angelegt worden.

Sommer- und Herbstblüher
Laubabwerfende Sträucher, die im Sommer oder zeitigen Herbst blühen, lassen sich gut VOR der Blüte schneiden. Ein guter Zeitpunkt für deren Schnitt ist der März. Es sollte jedoch nicht frostkalt und nicht regnerisch sein. Schneiden Sie dann die jungen Triebe tief zurück. Einige, wie z.B. der Schmetterlingsstrauch (Buddleia davidii) werden im März stark zurückgeschnitten. Sie bilden dann eine Vielzahl neuer, junger Triebe, die sehr gut blühen.

Schnitt von Hortensien
Die meisten Hortensien (Hydrangea) blühen im Sommer, aber je nachdem, welche Hortensie Sie im Garten haben, ist ein anderer Schnitttermin angezeigt. Die Bauernhortensie (H. macrophylla) blüht am zweijährigen Holz; wenn Sie also diese Sträucher im Frühling schneiden, tragen sie keine Blüten! Schneiden Sie stattdessen im Frühling lediglich einige alte Zweige heraus und lassen Sie die jungen Triebe stehen! Auch die letztjährigen Blütendolden sollten Sie dann abschneiden. Die Rispenhortensien (H. paniculata) und Strauchhortensien (H. arborescens) werden dagegen im März sehr stark auf etwa 25 cm Trieblänge zurück geschnitten – sie blühen an den „diesjährigen“, also jungen Trieben.

Schnitt von Lavendel
Schneiden Sie Lavendel nie bis in den verholzten, laublosen Bereich zurück! Sie würden kaum oder sogar keinen Austrieb ernten. Wichtig ist bei Lavendel der regelmäßige Schnitt in jedem (!) Frühling. Schneiden Sie alle toten Zweige (z.B. Frostschäden, vertrocknete oder gebrochene Zweige) heraus. Alle anderen Zweige werden nur gekürzt. Wenn die Lavendelpflanzen zu viel unbelaubtes Holz zeigen, sind sie in der Vergangenheit nicht gut geschnitten worden. Dann sollten Sie die Pflanzen ersetzen, tiefer Rückschnitt ist nicht zu empfehlen.

Immergrüne Sträucher
Für Immergrüne gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie für laubabwerfende Gehölze. Entfernen Sie zuerst tote, störende oder kranke Zweige. Schneiden Sie auch eventuelle Wildtriebe und solche mit abweichenden Farben oder Blattformen tief ab.

Formschnitt
Es ist eine echte Herausforderung, freihändig eine Pflanze zu einer lebendigen Gartenskulptur zu formen, besonders, wenn Sie eine ungewöhnliche Form anstreben. Eine Kugel oder ein Würfel ist vielleicht noch recht einfach, aber eine Spirale?! Für schwierige Formen empfiehlt sich, die angestrebte Pflanzenform anhand eines Maschendrahtes vorzugeben, durch den die Pflanze wächst und an der Sie sich beim Rückschnitt orientieren können. Wichtig ist in jedem Fall ein regelmäßiger Rückschnitt zwischen Mai und August. Im Fachhandel finden Sie verschiedenste immergrüne Formgehölzformen: Kugeln, Würfel, Spiralen, Tierkörper etc.

Rhododendron
Rhododendren blühen im April-Mai-Juni an den Blütenknospen, die im Vorjahr gebildet wurden. Diese neuen Blütenknospen sind bereits unter den alten Blüten angelegt! Wenn Sie also die toten Blüten zu tief abschneiden (oder gar den ganzen Zweig), können sich dort im folgenden Jahr keine Blüten entwickeln. Am besten brechen Sie tote Blüten von Hand aus – dann verletzen Sie nicht die Blütenknospen für das nächste Jahr und können sich auf reiche Blüte freuen.

 

Skimmia
Skimmien (Skimmia japonica) können sehr groß werden, weshalb ein Rückschnitt sinnvoll werden kann. Auch hier gilt es, beim Rückschnitt nicht die Blühfreudigkeit einzuschränken. Skimmien blühen an den zweijährigen Zweigen. Schneiden Sie bei Bedarf die Hälfte der Zweige nach dem Abblühen zurück. Die abgeschnittenen Triebe werden neu austreiben und im übernächsten Jahr blühen. Schneiden Sie ein Jahr danach also die zweite Hälfte der Zweige, dann halten Sie die Pflanze in Form und haben doch jedes Jahr eine gute Blüte.