WETTERVORHERSAGE

Obstgehölze

Es ist sehr wichtig, Obstbäume sorgfältig und regelmäßig zu schneiden. Man muss nicht nur Äste entfernen, sondern vielmehr wissen, welche Konsequenzen der Rückschnitt hat. Schließlich ist Ihr Ziel eine möglichst gute Ernte! Vor allem bei Obstgehölzen ist es also wichtig, eine gewisse Fachkenntnis an den Tag zu legen. Fragen Sie im Fachhandel nach, viele Betriebe bieten spezielle Schnittkurse an oder wissen, wo Sie entsprechende Hilfe finden können.

Allgemeine Empfehlungen
Während der ersten drei bis vier Jahre nach der Pflanzung in Ihrem Garten wird es darum gehen, durch geschickten Schnitt die spätere Kronenform aufzubauen. Sie kaufen einen Obstbaum mit einer jungen, ein- oder zweijährigen Krone, die noch kaum Verzweigungen aufweist. Die Seitenäste sind später die Frucht tragenden Äste – es gilt also, diese optimal zu verteilen bzw. nur solche stehenzulassen, die genug Platz haben, sich gut zu entwickeln. In aller Regel werden Obstgehölze in der Vegetationsruhe – also im laublosen Zustand – geschnitten. Bei den meisten Obstbäumen, wie z.B. Kirschen, Pflaumen und anderen Steinfrüchten, erfolgt der Rückschnitt im frühen Herbst. Wenn der Baum bereits gut entwickelt ist, dient der jährliche Rückschnitt nur noch dazu, die Baumform zu erhalten und die Frucht tragenden Äste immer wieder zu verjüngen. Wesentlich ist dann auch, durch mutigen Schnitt immer wieder dafür zu sorgen, dass ausreichend Luft und Licht auch in die Krone gelangen kann.

Äpfel und Birnen
Beim so genannten Kernobst, vor allem Apfel- und Birnbäumen, werden der Mitteltrieb und auch die Seitentriebe in den ersten Jahren immer wieder beschnitten. Während in den ersten Jahren der Aufbau der Krone im Vordergrund steht, geht es später um den Erhalt der Fruchtbarkeit. Dazu werden zunächst tote und kranke Äste heraus geschnitten. Danach werden so genannte „Wasserreiser“ (steil aufrecht stehende einjährige Triebe) und Zweige, die sich kreuzen, entfernt. Wichtig ist, die Krone nach oben offen zu halten. Einige ältere Äste müssen Platz machen für jüngere. Gut ist es, wenn Sie mit mehrjährigem Weitblick ein ausgewogenes Verhältnis von älteren und jungen Ästen verfolgen. Nicht zu empfehlen sind dagegen radikale Rückschnitte, die einen vollkommen neuen Aufbau der Krone notwendig machen. Gleichmäßig gute Erträge und außerdem schön anzusehende Bäume erhalten Sie, wenn Sie alle paar Jahre einzelne ältere Äste entfernen und in die entstandene Lücke entsprechenden Ersatz ziehen.


Steinfrüchte
Steinfrüchte sind z.B. Kirschen und Pflaumen, Mirabellen und Pfirsiche – Früchte, die einen harten Kern enthalten. Die Bäume dieser Gruppe unterscheiden sich stark hinsichtlich ihrer Größe und dem Kronenaufbau. Man unterscheidet schon von der Anzucht her in verschiedene Formen wie Hochstämme, Halbstämme und Heister. Wichtiges Kriterium für den Schnitt ist eine gute Verteilung des Fruchtholzes in der Baumkrone. Steinfrüchte sind anfällig für verschiedene Krankheiten, die teilweise über Schnittwunden in die Pflanzen eindringen können. Um die Infektionsgefahr gering zu halten, hat es sich bewährt, Steinobst im späten Sommer bzw. frühen Herbst zu schneiden. Um später größere Schnittwunden zu vermeiden, ist die frühe Kronenerziehung außerordentlich wichtig. Wenn allerdings doch einmal ein dicker Ast entfernt werden muss, sollte ein Wundbalsam auf die Schnittstelle verstrichen werden.

Pflaumen
Pflaumenbäume werden in Baum- oder Strauchform erzogen. Sie sollten nur sehr zurückhaltend geschnitten werden. Jedes Jahr wachsen an den Seitenästen neue Triebe, die im späten Sommer oder frühen Herbst etwa um die Hälfte gekürzt werden sollten. Wie bei allen Obstgehözen müssen natürlich zu dichte und sich kreuzende Äste ganz entfernt werden. Halten Sie die Krone offen für Licht und Luft.

Süßkirschen
Es gibt viele verschiedene Sorten von Süßkirschen, wobei die meisten Gartensorten veredelt sind. Süßkirschenbäume auf eigener Wurzel werden sehr groß – was auch daran liegt, dass sie kaum geschnitten werden. Der Schnitt ist in erster Linie zur Auslichtung angebracht und sollte deshalb im Sommer durchgeführt werden – dann sehen Sie auch am besten, wo Licht fehlt. Sorten, die als Spalier gezogen sind, werden allerdings streng erzogen: Die jungen Seitentriebe werden im Sommer „auf sieben Blätter“ gekürzt.

Sauerkirschen (Schattenmorellen)
Im Unterschied zu Süßkirschen tragen Sauerkirschen nur am einjährigen Holz (d.h. an den Zweigen, die im Vorjahr gewachsen sind!). Nur die Spitzenknospe dieser Zweige ist eine Blattknospe. Nur wenn diese Spitzenknospe am Austrieb gehindert wird – durch Rückschnitt also – treibt der Zweig seitliche Austriebe und Blütenknospen, die später die Früchte tragen. Für Sauerkirschen ist Schnitt also unbedingt notwendig – und deshalb bleiben die Bäume meist recht handlich.

Pfirsiche und Nektarinen
Pfirsiche und die ihnen nahe verwandten Nektarinen werden oft am Spalier oder frei als Strauch gezogen. Pfirsiche tragen Früchte nur an Zweigen, die mehr als ein Jahr alt sind – und dann auch nur ein oder zwei Stück pro Zweig. Deshalb ist es wichtig, durch maßvollen Schnitt jedes Jahr das Wachstum neuen Fruchtholzes anzuregen. Es gilt also, „erschöpfte“ Zweige auszuschneiden, andere jedoch stehen zu lassen, an denen sich wieder neue Frucht tragende Zweige entwickeln.

Beerenobst
Weintrauben
Weintrauben und Pfirsiche müssen unbedingt vor Februar geschnitten sein, weil sie mit beginnendem Frühjahr sehr starken Saftdruck entwickeln. Bei zu starkem Schnitt würden die Pflanzen sehr stark bluten. Solch starkes Bluten verhindert den Wundverschluss und führt damit einerseits zu unnötig hohem Verlust an Substanz und stellt andererseits eine mögliche Eintrittspforte für Krankheiten und Schädlinge dar. Kürzen Sie alle letztjährigen Triebe, die vom Leittrieb ausgehen, auf ein bis drei Knospen Länge. Diese Knospen werden austreiben und schließlich werden die Austriebe bis auf je einen entfernt.

Blaubeeren
Diese Beeren tragenden Sträucher brauchen sauren Boden. Einige Sorten können bis zu zwei Meter Höhe erreichen. Üblicherweise werden die Sträucher mit vier bis fünf Grundtrieben herangezogen. Diese werden in den ersten zwei Jahren in Ihrem Garten überhaupt nicht geschnitten. An diesen Grundtrieben entwickeln sich später die Frucht tragenden Zweige. Die Blaubeerfrüchte wachsen an den einjährigen Zweigen, deshalb ist es nötig, mit regelmäßigem Schnitt immer wieder für die Erneuerung des Strauches – also für neues junges Holz – zu sorgen.

Rote und weiße Johannisbeeren
Diese Sträucher benötigen keine Stütze und können sogar als Hecke gepflanzt werden. Der freie Wuchs als einzeln stehende Sträucher ist weit verbreitet. Zumeist bestehen sie aus vier bis fünf Grundtrieben. Werden sie dagegen als Spalier an einem Gerüst gezogen, haben sie gewöhnlich drei Grundtriebe. In jedem Falle ist jährlicher Rückschnitt notwendig. Wenn die Grundäste die gewünschte Höhe erreicht haben, werden sie gekürzt. Die sich nun bildenden Seitentriebe tragen später im Jahr die Johannisbeeren. Die Seitentriebe werden entweder eher lang gelassen (viele kleine Beeren) oder kurz geschnitten(wenige, aber große Beeren). Dieser Rückschnitt wird gewöhnlich im Januar durchgeführt. Die Beeren im Inneren der Pflanze, wo sie beschattet sind, reifen langsamer als die der Sonne zugewandten. Das ist ein Vorteil, wenn Sie also immer mal wieder naschen wollen. Soll es aber eine gleichmäßige Reife und gleichzeitige Ernte geben, sollten Sie die inneren Zweige im Sommer einkürzen, wobei die Zweige jeweils mindestens sechs Blattknospen lang bleiben müssen.

Schwarze Johannisbeeren
Diese Sträucher werden nur als frei stehende Sträucher gezogen.