WETTERVORHERSAGE

Bodentypen

Welchen Bodentyp haben Sie in Ihrem Garten?

In nahezu allen Gärten besteht die Erde aus Partikeln von Mineralien und organischen Stoffen sowie Wasser und Luft. Diese Mineralienpartikel können von unterschiedlicher Größe sein: von groben Sandkörnern bis zu – wenn sie feiner werden -  Schluff und Ton. Es gibt unzählig viele Zusammensetzungen, von denen alle eine eigene Bezeichnung haben.

Hier folgt eine kurze Anleitung zur Bestimmung der Erde mit Hand und Auge:

  1. Nehmen Sie etwas Erde in die Hand und versuchen Sie, sie zu einer Kugel zu kneten.
  2. Wenn sie nicht auseinander fällt, enthält sie reichlich Tonpartikel.
  3. Wenn sie aber auseinander fällt, überwiegt der Anteil der Sandpartikel.
  4. Wenn sich die Erde überhaupt nicht zu einer Kugel kneten lässt und die (trockene) Erde durch die Finger rinnt, dann handelt es sich um reinen Sand.
  5. Wenn sich die Erde faserig anfühlt und dunkel aussieht, handelt es sich um Torf oder zumindest um einen hohen Anteil organischer Stoffe. Generell gilt: je dunkler die Erde, desto mehr organische Stoffe enthält sie.
  6. Reiben Sie etwas Erde zwischen Ihren Fingerspitzen. Wenn es sich grobkörnig anfühlt und Sie kleine Steine erkennen können, ist es sandige Erde. Fühlt es sich aber weich an, dass ist es tonhaltiger Boden.

Gartenbücher beschreiben folgende Typen:

Sandige Erde

Sie besteht hauptsächlich aus körnigen Partikeln, die rund und abgeschliffen sein oder die scharfe Kanten (scharfer Sand) aufweisen können. Zwischen den Partikeln befindet sich immer viel Luft. Sand ist ein luftiger Boden, der leicht zu bearbeiten ist. Der Nachteil ist jedoch, dass Wasser schnell darin versickert. Reiner Sandboden trocknet daher schnell aus, und Dünger sowie andere Nährstoffe werden ins Grundwasser ausgespült. Im Frühjahr und Herbst sollten Sie reichlich organische Stoffe einarbeiten und eine Mulchschicht ausbringen. Graben Sie nicht all zu heftig um. Zumeist reicht es aus, einen Sandboden bei der Anlage des Gartens umzugraben und dann sicherzustellen, dass stets genug organische Stoffe vorhanden sind.  Bestimme Sie den pH-Wert und wenn die Erde zu sauer ist, fügen Sie Kalk hinzu. Machen Sie das bevor Sie düngen, da der Stickstoff im Dünger mit dem Kalk reagieren würde.

Lehmboden

Dieser Boden weist die perfekte Ausgewogenheit der Eigenschaften auf. Jeder Gärtner hätte gern diese Erde – eine Mischung aus Sand und Lehmpartikeln. Sie ist sehr fruchtbar und gut zu bearbeiten, bewahrt genug Wasser, und überschüssiges Wasser kann trotzdem gut abfließen. Im Frühling, wenn sich die Erde erwärmt hat, kann dieser Boden durch das Aufbringen einer Mulchschicht noch verbessert werden. 

Tonerde

Ton ist sehr fruchtbar aber schwer zu bearbeiten. Das liegt hauptsächlich daran, weil nur wenig Luft zwischen den feinen Erdpartikeln eingeschlossen ist. Tonböden speichern viel Wasser, aber im Sommer können sie so hart wie Beton werden. Sie schrumpfen und reißen, wenn sie austrocknen. Im Winter hingegen werden sie zu einer festen, klebrigen Masse.

Graben Sie tonhaltigen Boden im Herbst um und mischen Sie dabei organische Stoffe unter. Lassen Sie die Erdklumpen wie sie sind – sie müssen durch Frost zerfallen. Betreten Sie die diesen Boden im Winter möglichst selten. Das Ausstreuen von Kalk kann auch hier, wie ebenfalls das Aufbringen einer Mulchschicht auf den warmen Boden im Frühjahr, die Struktur verbessern.

Kalkboden

Kalkboden ist an den Klumpen von weißem oder blassgelbem Kalk, die den üblicherweise hellen Boden durchziehen, zu erkennen. Kalkboden ist fruchtbar, trocknet aber schnell aus. Nicht alle Pflanzen gedeihen gut darauf. Die meisten Kalkböden haben sich in der Urzeit unter den Meeren aus Tierskeletten und Algen entwickelt. Kalkstein ist üblicherweise voll von fossilen Überresten und besteht aus verschiedenen Kalziumverbindungen. Mit einem chemischen Test können Sie feststellen, ob der Boden in Ihrem Garten sehr basisch oder sauer ist. Mischen Sie in jedem Frühjahr organische Stoffe unter die Erde und decken Sie sie dann mit einer Mulchschicht ab. Das Ausstreuen von Gips hilft, die Erde zu lockern.

Torfboden

Torf besteht hauptsächlich aus abgestorbenen Pflanzenteilen, also organischen Stoffen. Torf ist immer sauer, und er ist ebenfalls dunkel. Durch seine faserige Struktur und die enorme Fähigkeit, Wasser zu bewahren, kann Torfboden sehr lange nass bleiben. Aber wenn er in langen und trockenen Sommern austrocknet, ist es schwierig, ihn wieder feucht zu  bekommen. Es ist fast unmöglich, eine trockene Torfsode, also ein Stück getrockneten Torf, nass zu machen. Torfboden enthält bereits viele organische Stoffe. Das Problem ist zumeist die Entwässerung. Man kann eine Drainage anlegen, indem man Schotter, Sand oder kiesartiges Material unter den Boden gräbt. Das Einbringen mineralischer Stoffe erhöht ebenfalls den Nährstoffwert.

Die Bestimmung des pH-Wertes

Es gibt zwei Extremwerte: pH 1 ist besonders sauer und pH 14 ist besonders alkalisch. Der Wendepunkt liegt bei pH 7, bei dem die Erde gleichermaßen sauer wie alkalisch ist. Die meisten Gartenpflanzen und Obstbäume bevorzugen einen leicht sauren Boden mit einem pH-Wert von etwa 6,5. Es gibt auch Pflanzen, die gut auf saurerem Boden wachsen, so wie zum Beispiel Heide, Rhododendron, Pieris und Blaubeeren. Eine große Pflanzenvielfalt findet sich auf kalkhaltigen. Tests zur Messung des pH-Wertes werden in Gartencentern angeboten.

Was ist ’mulchen’?

Mulchen ist das Bedecken der Erde mit einem durchlässigen Material. Das kann mineralisch, wie etwa Kies oder Splitt, oder auch organisch sein: Borkenschnipsel, alter Kuhdung oder Schalen von Kakaofrüchten. Organische Stoffe werden nach und nach von der Erde aufgenommen und in Humus umgewandelt. Eine Mulchschicht verhindert das Austrocknen und Verdichten des Bodens. Bringen Sie eine mindestens fünf Zentimeter dicke Schicht auf allen offenen Flächen sowie um die Pflanzen herum aus. Das vermindert auch Wachstum des Unkrauts.

Humus

Humus ist die lebende oberste Bodenschicht mit Mineralpartikeln und organischen Stoffen. In der Humusschicht vollzieht das Bodenleben (Bakterien, Pilze, Würmer, Enzyme) einen gigantischen Recyclingprozess, bei dem tote oder organische Stoffe in Substanzen umgewandelt werden, die dann von den Pflanzen als Nährstoffe genutzt werde können. Humus hält Wasser zurück und sorgt für den Abfluss von überschüssigem Wasser. Tonhaltige Erde wird mit Humus lockerer und lässt sich dann besser bearbeiten. Sandige Böden werden damit hingegen eher fester, da das Mischen eine homogene Struktur schafft. Humus beinhaltet alles, was die Pflanzen brauchen und lässt sie effizient wachsen. Sie müssen nur sicherstellen, dass die Humusschicht durch das regelmäßige Hinzufügen organischer Stoffe erhalten bleibt. Die Natur erledigt dann den Rest.

Grundwasser

Regenwasser versickert im Boden und wird erst durch eine undurchlässige Schicht (oder einen Felsen) aufgehalten. Dadurch entsteht oberhalb dieser Schicht eine dauerhaft nasse Zone, die mehrere Meter dick sein kann und durch die das Wasser nach und nach fließt. Das ist das Grundwasser. Wenn es viel Wasser gibt, liegt der obere Bereich dieser Wasserzone höher als nach einer längeren Trockenzeit oder wenn viel Wasser abgepumpt wurde. Im Boden können mehrere Grundwasserschichten, getrennt durch undurchlässige Schichten, übereinander liegen. Demzufolge gibt es unter der Sahara große unterirdische Seen. Wenn Sie in Ihrem Garten ein Loch bohren, wird irgendwann Wasser in dieses Loch fließen. Das bedeutet, dass Sie die Grundwasserschicht erreicht haben.